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Seit mehr als einhundert Jahren

versenkt die Kali-Industrie im Werrarevier einen Großteil ihrer Salzabwässer im Plattendolomit, einer angeblich dichten Gesteinsschicht in mehreren hundert Metern Tiefe.

In der ehemaligen DDR wurde die Versenkung um das Jahr 1968 eingestellt, weil man nicht noch mehr Trinkwassergewinnungsanlagen im Werratal durch Versalzung verlieren wollte. Vorher hatte man noch geplant ca. 45 Mill. DDR Mark zu investieren um Fernwasser ins Werratal zu holen.

In Hessen wurde und wird unvermindert weiter versenkt und auch in Thüringen versuchte man in den Jahren 1997 bis 2007 die Versenkung im Rahmen einer sogenannten Bergerprobung wieder zu etablieren.

Eine Rechtfertigung für die immer neuen Versenkgenehmigungen war die Behauptung der Plattendolomit sei dicht und damit sei eine Gefährdung des zur Trinkwassergewinnung genutzten, darüber liegenden Buntsandsteins ausgeschlossen. Wie groß diese Lüge war mag man daran ermessen, dass seit Beginn der Versenkung die Versenkrückläufe in die Werra, die man heute diffuse Einträge nennt, gemessen wurden. Es war also schon immer bekannt, dass versenktes Salzabwasser aufsteigt und in die Werra gelangt.

Dank der intensiven Arbeit des HLUG wurde das wahre Ausmaß der Grundwasserverunreinigung durch die Versenkung von Salzabwasser Ende 2008 erstmals öffentlich gemacht.

Von den weit mehr als 1 Milliarde versenkten Kubikmetern Salzabwasser befinden sich nur noch 43% im Plattendolomit. 20% sind schon in die Werra aufgestiegen und 37% befinden sich unkontrollierbar im Grundwasserleiter Buntsandstein.
Der Plattendolomit war vor Beginn der Versenkung kein Hohlraum, sondern er war bereits mit natürlich versalzenem Formationswasser gefüllt, welches auch in Werra und Buntsandstein verdrängt wurde.

Eine Fläche von ca. 500 Quadratkilometern ist betroffen. An ihren Rändern liegen die Städte Bad Hersfeld, Bad Salzungen und Eisenach.

Trotzdem wurde die weitere Versenkung im Jahre 2011 genehmigt.

Trinkwasser ist Wasser für den menschlichen Bedarf. Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel, es kann nicht ersetzt werden (Eingangs- und Leitsatz der DIN 2000). Trinkwasser ist Süßwasser mit einem so hohen Reinheitsgrad, dass es für den menschlichen Gebrauch, insbesondere zum Trinken und zur Zubereitung von Speisen, geeignet ist.

 
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