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Seit mehr als einhundert Jahren

sind Werra und Weser die Abwasserkanäle der Kali-Industrie im Werrarevier. Seit dem Jahre 2007 müssen die Flüsse zusätzlich die Haldenlaugen aus dem Fuldarevier aufnehmen.

Den Höhepunkt erreichte die Werraversalzung zu Zeiten der deutschen Trennung, als der Fluss von der Kali-Industrie der DDR mit bis zu 40 g Salz pro Liter belastet wurde. Nach der Wiedervereinigung verpflichtete sich die K+S Kali GmbH in einem Verwaltungsabkommen, die Werra zu entsalzen und nach Jahre 1995 einen Grenzwert von zunächst 2.500 mg Chlorid pro Liter nicht mehr zu überschreiten. Dies ist genau der Grenzwert für Chlorid, der im Jahre 1942 vom damaligen Rüstungsministerium (in Kriegszeiten!) für zumutbar gehalten worden ist.

Eine weitere Verbesserung wurde nicht angestrebt. Im Gegenteil: im Jahre 2003 wurde auf Antrag der K+S Kali GmbH der ebenfalls aus Kriegszeiten stammende Grenzwert für die Wasserhärte von 55 Grad Deutscher Härte auf nun 90 Grad erhöht und der chemische und ökologische Zustand der Werra damit wieder verschlechtert.

Im Jahre 2008 hat die K+S Kali GmbH angekündigt, ein „360-Millionen-Euro-Maßnahmenprogramm“ zum Gewässerschutz auflegen zu wollen. Es wurde zugesagt, bis zum Jahre 2015 den Grenzwert für Chlorid auf 1.700 mg Chlorid pro Liter absenken zu können und bis zum Jahre 2012 bereits 90% dieses Wertes zu erreichen. Diese Versprechen werden nicht eingehalten. In einer Genehmigung aus dem Jahre 2012 wird der versprochene Grenzwert von 1.700 mg Chlorid/l erst ab dem 01.12.2019 verlangt. Die Genehmigungsbehörde weist aber ausdrücklich darauf hin, dass diese Senkung des Grenzwerts – trotz des „360-Millionen-Euro-Maßnahmenpakets“ – nur dann erreicht werden kann, wenn der K+S Kali GmbH eine weitere Einleitstelle an der Oberweser genehmigt wird.

Damit ist auch dem Laien klar, dass das „360-Millionen-Euro-Maßnahmenprogramm“ keine Gewässerschutzmaßnahme darstellt. Das Unternehmen mag mit dem Geld überfällige Betriebssanierungen bezahlt haben, die Gesamtbelastung der Flussgebietseinheit Weser bleibt unverändert. Die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie können so nicht erreicht werden.

 
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