deepwater1.jpgdeepwater2.jpg

Eine willkommene „ Richtigstellung “

Die Artikel zum Stand der Technik in der Kali-Industrie in der Zeitschrift Waterkant

Im Dezember 2012 ist in der gewässerpolitischen Zeitschrift „Waterkant“ ein Artikel mit dem Titel „Sie konnten zusammen nicht finden – Über die Schwierigkeit, den technischen Fortschritt an die Werra zu bringen“ erschienen.

Er setzt sich mit der Rolle des so genannten Runden Tisches „Werra-Weser-Versalzung und Kaliproduktion“ bei der Ermittlung von technischen Verfahren auseinander, mit denen die Versalzung der Flüsse gemindert werden könnte.

Die Leitung des Runden Tisches hatte sich dabei auf Gutachten gestützt, die schon vorher (im „Pilotprojekt Werra-Salzabwasser 2005-2007“ und bei der gemeinsamen Tagung der Umweltausschüsse der Anrainerländer im März 2007 zuverlässig keinen Ansatz für eine technische Lösung der Flussgebietsversalzung hatten beitragen können.

In den „Empfehlungen“ des Runden Tisches vom 09. Februar 2010 heißt es deshalb folgerichtig:


„Der Runde Tisch geht davon aus, dass derzeit (…) keine weiteren technischen Verfahren
zur effektiven Verminderung der Salzrückstände quantitativ bedeutender Salz- oder Abwasserfrachten
verfügbar sind.“

Dass man gerade davon nicht ausgehen kann, wusste die Leitung des Runden Tisches seit 2009, als die Werra-Weser-Anrainerkonferenz auf Verfahren des Salztechnologie-Spezialisten K-UTEC AG hingewiesen und gefordert hatte, deren Übertragbarkeit auf das Werra-Revier zu überprüfen (Pressemitteilungen der WWA e.V. vom 11. März 2009, 22. April 2009, 14. Mai 2009 und vom 17. Juli 2009).

Dieser Überprüfung hatte sich die Leitung des Runden Tisches verweigert und eine Übertragbarkeit stattdessen pauschal in Abrede gestellt:


„Die Aussage, dass möglicherweise modernere und effizientere Verfahren,
die bei anderen Anbietern angewandt werden, direkt auf K+S übertragbar sind,
ist dagegen falsch“

Anmerkungen der Leitung des Runden Tisches ‚Gewässerschutz Werra/Weser
und Kaliproduktion’ zu ‚Der Stand der Technik in der Kali-Industrie – Auswertung
der Anrainerkonferenzen in Witzenhausen, Gerstungen und Bremen’“ – ohne Angabe
des Verfassers und des Datums, erschienen ebenfalls 2009.


Diese Verweigerungshaltung konnte sich die Leitung des Runden Tische jedoch nur bis zum September 2012 erlauben. In der Zwischenzeit hatte K-UTEC zwei Abwässer der K+S Kali GmbH untersucht und überprüfen können, ob ihre Aufarbeitungs- und Entsorgungsverfahren auch den Rohsalzen und Anlagen im Fulda- und Werrarevier angepasst werden können.

Am 18. September 2012 durfte der Vorstandsvorsitzende der K-UTEC AG vor dem Runden Tisch über die Ergebnisse berichten.

Das Gremium war beeindruckt und reagierte deutlich. Es wurde beschlossen, alle Abwässer der K+S Kali GmbH auf Kosten des Runden Tisches untersuchen zu lassen. Dessen Leiter, Prof. Brinckmann, musste ausdrücklich die Neutralität des Runden Tisches zusichern – was die WWA bereits 2011, damals vergeblich, gefordert hatte.

Dieser Vortrag war ebenfalls Thema des Artikels in der Dezember-Nummer der Zeitschrift Waterkant. Überraschend ist dazu eine „Richtigstellung“ der K-UTEC AG eingegangen, die in der März-Nummer der Zeitschrift veröffentlicht worden ist.

Noch überraschender ist, dass in der „Richtigstellung“ dem Autor des Artikel „Sie konnten sammen nicht finden“ selbst dann nicht widersprochen wird, wenn dies ausdrücklich so behauptet wird. Sie können dies mit der anschließenden Gegenüberstellung überprüfen.

Stattdessen sind in der „Richtigstellung“ zahlreiche Einzelheiten enthalten, die dem Vortrag von Dr. Marx nicht entnommen werden konnten und die Zusammenhänge weiter erhellen. Sie bestätigen eindrucksvoll, dass Ausdehnung der Expertise auf alle Abwässer der K+S Kali GmbH aussichtsreich ist.

Die „Richtigstellung“ der K-UTEC AG ist uns schon aus diesem Grunde hochwillkommen.

Auch in ihrer Zusammenfassung bestätigt die K-UTEC AG die in dem Artikel „Sie konnten zusammen nicht finden…“ vertretene Auffassung vom Nutzen der K-UTEC-Verfahren und der Notwendigkeit, deren Übertragbarkeit auf das Werrarevier zu überprüfen:


„Zusammenfassend ist zu sagen, dass eine abstoßfreie Kalidüngerproduktion
sowohl bei Neuprojekten als auch bei bestehenden Produktionsanlagen
durchaus mit positiven technischen und ökonomischen Kennziffern
realisiert werden kann.“

Der Verfasser der „Richtigstellung“ verweist auf die Notwendigkeit, weitere Expertisen in Auftrag zu geben, um eine Antwort auf die Frage finden zu können, ob eine Minderung der Werra-Weser-Versalzung mit technischen verfahren erreicht werden kann:


„Eine pauschale Übertragung von Lösungswegen zur Vermeidung beziehungsweise
Minimierung fester und flüssiger Produktionsrückstände in der Düngemittelindustrie
auf andere Standorte und Rohstoffvorkommen ist jedoch nicht möglich.
Es sind stets individuelle, an den Standort angepasste Lösungen zu erarbeiten.
Für die Entscheidungsfindung sind diese bezüglich ihrer technisch-ökonomischen
Machbarkeit
zu überprüfen.“

Dass „pauschale Übertragungen“ nicht möglich und vielmehr „angepasste Lösungen zu erarbeiten sind“ ist für einen Chemiker eine banale Selbstverständlichkeit, die niemand bestreiten wird. Die Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. fordert deshalb seit April 2009, die hierzu nötigen Expertisen in Auftrag zu geben.

Es ist vielmehr die Leitung des so genannten Runden Tisches „Werra-Weser-Versalzung und Kaliproduktion“, die seit 2009 die notwendige Überprüfung der Übertragbarkeit auf das Werra-Fulda-Revier verhindert.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die vom Runden Tisch beschlossene Ausweitung der Expertise hat dessen Leitung bis heute nicht in Auftrag gegeben.

Aber lesen und beurteilen Sie selbst:

 

„Richtigstellung“ K-UTEC AG Waterkant 1/13

Darstellung Waterkant 4/12

„Die Beschreibung des Sachverhalts suggeriert dem Leser, dass hier ein universell einsetzbares Konzept zur Aufbereitung salzhaltiger Abstoßlösungen vorliege. Dies veranlasst uns, die K-UTEC AG, zu der Richtigstellung, dass ein solches Standardkonzept nicht existiert und auch in Zukunft auch nicht existieren wird.“

Waterkant 1/13, S. 25, erster Absatz

Die WWA hatte das K-UTEC-Konzept bereits im April 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt und die Leitung des Runden Tisches aufgefordert, die Anwendbarkeit dieses Konzepts für das Fulda-Werra-Revier überprüfen zu lassen. Die aber schien daran nicht interessiert zu sein und stellte stattdessen die Übertragbarkeit des K-UTEC-Modells auf das Werrarevier pauschal in Abrede…)“

Waterkant 4/12, S.29

Kommentar: . Wenn wir fordern, die Anwendbarkeit des K-UTEC-Konzepts auf das Fulda-Werra-Revier zu überprüfen, dann kann man uns wohl nicht vorwerfen, ein universell einsetzbares Standardkonzept zu suggerieren.

„Bezugnehmend auf die in den Produktionsanlagen der K+S Kali GmbH anfallenden Abstoßlösungen und Haldenlaugen, die im Zusammenhang mit der Versalzung von Werra und Weser im Fokus der Diskussion stehen, muss seitens der K-UTEC AG Folgendes richtig gestellt werden: Es handelt sich hierbei um insgesamt zehn verschiedene Abwässer, für deren Vermeidung beziehungsweise Minimierung individuelle Aufbereitungskonzepte gefunden werden müssen.“

Waterkant 1/13, S. 25

„Durch den oben genannten Artikel entsteht der Eindruck, dass die K-UTEC AG alle zehn Abwässer bezüglich einer möglichen Weiterbehandlung beziehungsweise Aufbereitung untersucht hat.“

Waterkant 1/13, S. 26

„Die hierbei von der K-UTEC AG getätigten Aussagen beziehen sich ausschließlich auf die beiden untersuchten Abwässer und sind nicht pauschal auf die anderen acht Abstoßlösungen übertragbar.“

Waterkant 1/13, S. 26

„Am 18. September 2012 konnte der Vorstandsvorsitzende der K-UTEC AG, Heiner Marx, dem Runden Tisch berichten, dass der Abstoß der untersuchten Abwässer vollständig vermieden werden könne. Die dabei erwirtschafteten Gewinne seien so hoch, dass die benötigten Anlagen sich in kürzester Zeit amortisierten. Das Gremium war beeindruckt und reagierte deutlich. Es wurde beschlossen, alle Abwässer der K+S Kali GmbH auf Kosten des Runden Tisches untersuchen zu lassen. Brinckmann musste ausdrücklich die Neutralität des Runden Tisches zusichern – was die WWA bereits 2011, damals vergeblich, gefordert hatte.“

Waterkant 4/12, S. 30

Kommentar: Es ist wohl offensichtlich, dass der Autor nicht den Eindruck erweckt hat, dass K-UTEC „alle zehn Abwässer bezüglich einer möglichen Weiterbehandlung beziehungsweise Aufbereitung untersucht“ habe.

Die Salinen Austria AG (Österreich) betreibt nach Solungsbergbau eine Siedesalzproduktion, in der jährlich 1,2 Millionen Tonnen Siedesalz hergestellt werden. Die dabei anfallende Abstoßlösung wurde teils industriell verwertet und teils in die Traun eingeleitet. Da diese Verwertungsmöglichkeit ab 2007 entfallen sollte und die Wasserbehörde eine Erhöhung der Einleitmenge in den Vorfluter im Voraus als nicht genehmigungsfähig bewertet hat, ergab sich die Notwendigkeit, Alternativen für den Verbleib dieser Abstoßlösung zu finden. Die K-UTEC AG hat daraufhin ein Aufbereitungskonzept entwickelt und geplant; die danach errichtete Anlage ist seit 2006 realisiert. Es handelt sich hierbei jedoch nicht pauschal um eine »Modernisierung« des Werks, wie im Bildtext behauptet, sondern um eine Anlagenerweiterung.“

Waterkant 1/13 S. 26

„Salinen Austria AG (Österreich): Nach dem Wegfall eines industriellen Abnehmers war es dem Unternehmen nicht gestattet worden, seine Abwässer in die Traun zu leiten. In der ersten Ausbaustufe der K-UTEC-Anlagen konnte der Abstoß um 95 Prozent gesenkt werden. In der zweiten Ausbaustufe arbeitet das Unternehmen abstoßfrei.“

Waterkant 4/12, S. 31

Kommentar: Der von der K-UTEC AG korrigierte Bildtest stammt nicht vom Autor, sondern (wie das Foto auch) von der K-UTEC AG selbst und wurde vom Unternehmen mit der Redaktion der Zeitschrift Waterkant so abgestimmt

Nachdem am Standort Sondershausen 1992 im Zuge der deutschen Wiedervereinigung die Kaliproduktion eingestellt wurde, diskutiert die Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES) momentan die Wiederaufnahme des Produktionsbetriebs für Kalium- und Magnesiumdüngemittel. Seitens der K-UTEC AG wurde hierfür ein Konzept zur rückstandsfreien Aufbereitung des vorhandenen Rohsalzes entwickelt. Das Vorhaben ist bis dato noch nicht realisiert, wie irrtümlich vom Autor behauptet wurde, sondern befindet sich lediglich im Stadium einer Konzeptstudie.“

Waterkant 1/13, S. 26

„GSES Sondershausen (Deutschland): In dem Unternehmen wird der druckfeste Versatz von bergbaueigenen und bergbaufremden Abfällen betrieben. Zur Schaffung von weiteren Versatzhohlräumen baut die GSES jährlich eine Million Tonnen Rohsalz im Kaliflöz ab und stellt daraus Kalidünger her. Die Aufbereitungsanlage arbeitet abstoßfrei, der druckfeste Versatz ermöglicht den weitestgehend verlustfreien Abbau der Lagerstätte.“

Waterkant 4/12, S.31

Kommentar: Dass für die „rückstandsfreie Aufbereitung des vorhandenen Rohsalzes“ in Sondershausen eine Konzeptstudie vorliegt, die allerdings noch nicht realisiert ist, kann man dem Vortrag vor dem Runden Tisch nicht entnehmen, dies ist eine zusätzliche Information. Der „druckfeste Versatz“ jedenfalls wird in Sondershausen praktiziert.

„In Thangone (Laos) wird derzeit eine Anlage errichtet, in der zukünftig nach Carnallit-Solung Kalidünger und Siedesalz abstoßfrei produziert werden. Es handelt sich dabei jedoch nicht um die Modifikation eines bestehenden Produktionsprozesses, sondern um eine Neuanlage, welche durch die K-UTEC AG von vornherein als abstoßfrei konzipiert und geplant wurde. Nach der Aufnahme des regulären Produktionsbetriebs im Jahr 2014 wird damit weltweit erstmalig eine abstoßfreie Kaliumchlorid- und Siedesalzproduktion realisiert.“

Waterkant 1/13, S. 26

„Carnallititsolung Thangone (Laos): In Thangone wird ein Kalivorkommen durch Solung abgebaut. Dem chinesischen Investor konnte der Abstoß von Salzlösungen und die Anlage von Salzhalden wegen der sensiblen Umgebung nicht gestattet werden. Mit der Umstellung auf die K-UTEC-Verfahren arbeitet die Anlage abstoßfrei; die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens hat sich mit den K-UTEC-Anlagen weiter verbessert.“

Waterkant 4/12, S. 31

Kommentar: Die Informationen stammen von K-UTEC; dem chinesischen Investor sind die ursprünglichen Pläne wegen der sensiblen Umgebung nicht genehmigt worden. K-UTEC hat danach ein abstoßfreies Betriebsdesign entworfen, das auch umgesetzt worden ist. Der Betrieb arbeitet mit Teilleistung, mit Vollbetrieb wird 2014 gerechnet.


Zurück

Joomla templates by a4joomla